Der Vorstand spricht

Hier die leicht gekürzte Fassung des Berichtes des 1. Vorsitzenden

zur Jahreshauptversammlung 2017


Nach der sehr arbeitsreichen Session 2015/2016 haben sich viele im Verein sicherlich auf eine „normale“ Kampagne gefreut.


Ganz so normal ist sie aber nicht verlaufen.


Wir waren davon überzeugt, dass die Sitzungen - die terminlich wesentlich später als im Vorjahr lagen - mindestens ebenso gut besucht werden wie in den Jahren zuvor.

Leider mussten wir die 2te Sitzung ausfallen lassen und haben hier so zeitig die Reißleine gezogen, um die Vorbestellungen für die zweite Sitzung nach Möglichkeit noch in der dritten unterbringen zu können.

Das hat dann in der Folge auch die Terminpläne für die Proben zur Kindersitzung ein wenig durcheinandergewirbelt, aber nicht wirklich geschadet.


Einige von uns haben die Gelegenheit genutzt und Faschingssitzungen anderer Vereine besucht.

Ich möchte hier gar nicht speziell auf die Veranstaltungen eingehen. Im Resümee können wir aber immer wieder feststellen, dass ein Besucherschwund bei den Kloppersitzungen nicht an der Qualität der Sitzungen festzumachen ist.

Möglicherweise konkurrieren wir aber mit alternativen Veranstaltungen in der Gemeinde und im Kreis, die sich nicht im klassischen Format einer Fremdensitzung bewegen oder sogar mit karnevalsfremden Motto-Angeboten werben.

Dem können wir nicht in Kategorien wie „gut“ oder „schlecht“ bzw. „falsch“ oder „richtig“ begegnen, sondern wir akzeptieren, dass wir uns konzeptionell orientieren müssen.

Vielleicht gibt es „nur“ einen Bedarf für zwei klassische Fremdensitzungen?

Vielleicht können wir mit einem neuen Format Gäste zurückgewinnen?

Diese Fragen und weitere werden in den nächsten Wochen und Monaten den neuen Vorstand beschäftigen. Wir werden eine Lösung finden und den Freigerichtern sowie den Gästen aus dem Umland ein tolles karnevalistisches Angebot 2018 machen.


Doch es gab noch mehr.

Wir haben im Laufe des Jahres viel dafür getan, die Trainingsbedingungen für die Tanzgruppen zu verbessern.

Eine Vereinbarung mit den Kaninchenzuchtverein H425 Somborn ermöglicht die Nutzung der Halle des Vereinshauses. Wir haben hierfür einen Tanzboden angeschafft, der ein gelenkschonenderes Training ermöglicht. Die Reaktionen der Ballette sind durchweg positiv.


An dieser Stelle noch einmal herzlichen Dank an alle, die bei den Veranstaltungen mit angepackt haben – ohne Euch geht es nicht.

Bedankt hatten wir uns zwar schon einmal mit dem Hendl-Essen-Sommerfest im Hasenheim und bei der Kampagneneröffnung im letzten Jahr sowie beim Heringsessen in diesem Jahr. Aber der Verein lebt nun mal durch und für seine Mitglieder und nicht zuletzt für den Zweck des Vereins, die Wahrung karnevalistischen Brauchtums.


Das hört sich vielleicht altertümlich an und entspricht vielleicht nicht sofort den Vorstellungen eines applikationsgetriebenen, digitalen Humors 4.0 mit postfaktisch gefühltem Spaßfaktor.

Aber Karneval hat nun mal seine Wurzeln und die gilt es zumindest zu wahren:

Karneval hält der Gesellschaft den Spiegel vor und nimmt sich selbst auf den Arm, er lebt von Übertreibung und Kritik, malt bunte Bilder durch Tanz und Gesang auf die Bühne, hält Überraschungen bereit und Leib und Seele zusammen, schlägt manchmal über die Strenge und ruft sich selbst zur Ordnung.

Karneval ist nicht althergebracht, sondern wird von uns jedes Jahr in unserem Programm neu ausgedacht, einstudiert, vorgetragen, getanzt, besungen und beklatscht.


Das ist der Spaß, der uns verbindet und den tragen wir hoffentlich in die nächste Generation.

© Michael Schneider 2020 für 1. SCV „Die Klopper“ 1961 e.V.